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Die wahren Unfallursachen im Radverkehr

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Helmut
Admin


Anmeldungsdatum: 03.04.2006
Beiträge: 12402
Wohnort: Hamburg-Tonndorf

BeitragVerfasst am: 31.07.2014, 06:50

Titel: Die wahren Unfallursachen im Radverkehr

Antworten mit Zitat

Der ADFC Hamburg schrieb:

Hauptursachen bei Unfällen mit Radfahrerbeteiligung sind nicht - wie leider häufig in Zeitungen und Polizeiberichten behauptet - Verkehrsverstöße durch Radfahrer, sondern unachtsames Abbiegen, nicht angepasste, überhöhte Geschwindigkeit und Missachtung der Vorfahrt von Radfahrern durch die Autofahrer. »Aufgrund der Masse und Geschwindigkeit der Kfz geht von ihnen eine besondere Gefährdung im Straßenverkehr aus, die gegenüber Radfahrern und Fußgängern zu besonderer Rücksichtnahme verpflichtet«, sagt Merja Spott vom ADFC Hamburg.

Die Polizei kontrolliert und fordert Radfahrende zur Einhaltung der Regeln auf, um deren Sicherheit zu erhöhen. In ihrer Pressemeldung (http://www.hamburg.de/clp/polizeimeldungen/clp1/polizeipresse/pm/6337/2794884/pol-hh-140729-1-bilanz-einer-fahrradgrosskontrolle) zitiert die Polizei aber die eigene Statistik nicht korrekt. Die Hauptunfallursachen bei Unfällen mit Radfahrbeteiligung sind, so die Statistik, Verstöße von Autofahrern beim Abbiegen und beim Nichtbeachten der Vorfahrt der Radfahrer. Die Hamburger Polizei behauptet aber in ihrer Meldung vom 28. Juli, dass "Rotlichtmissachtung sowie das Befahren der falschen Radwegseite bzw. des Gehwegs" die "Hauptunfallursachen bei Unfällen mit Radfahrerbeteiligung" seien. Das aber trifft laut der polizeilichen Unfallstatistik nur auf Unfälle zu, die Radfahrende selbst verschuldet haben.

Die ganz überwiegende Zahl von Unfällen zwischen Radfahrenden und Autos werden zudem durch Autofahrer verschuldet. In 559 Fällen verursachten Autofahrer im Jahr 2011 in Hamburg einen Unfall mit einem Radfahrer, weil sie sich beim Abbiegen falsch verhielten. Demgegenüber haben im selben Jahr nur 224 Radfahrende einen Unfall verursacht, weil sie auf der falschen Seite fuhren. Es kam weiterhin in lediglich 118 Fällen zu einem Unfall, weil Radfahrende das Rotlicht missachteten, aber zu 346 Unfällen, weil Autofahrer den Radfahrern die Vorfahrt nahmen. »Die Tendenz ist deutlich - und um so erschreckender, weil bei den im Auto gut geschützten Fahrzeugführern das Verletzungsrisiko wesentlich geringer ist als für die Radfahrenden, die ohne Knautschzone auf der Straße sind«, so Spott.

Der ADFC ist nicht gegen Kontrollen von Radfahrenden, denn wer als Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt behandelt werden will, sollte sich allein schon zur eigenen Sicherheit an die Regeln halten. „Aber durch irreführende Meldungen zu Unfallursachen werde nur alte Vorurteile vom Rüpelradfahrer gepflegt“, kritisiert Spott. „Wir fordern, dass mindestens in gleichem Maße wie Radfahrer die Autofahrer kontrolliert werden, die beim Abbiegen den Radfahrern die Vorfahrt nehmen und ohne Schulterblick die Richtung wechseln«.

Eine derartige Kontrolle habe diesen Monat in Berlin stattgefunden. Dabei wurden 424 Fahrer gestoppt, die den Schulterblick unterlassen haben, in 281 Fällen war die Situation so eindeutig, dass eine Anzeige gerechtfertigt wäre. »Besonders wirksam war dabei, dass die Polizei den betroffenen Radfahrern die Gelegenheit gab, den Autofahrern zu schildern, wie sie die Situation erlebt haben.“ Solche Aktionen seien vorbildlich und könnten die Sicherheit der Radfahrenden auch in Hamburg nachhaltig erhöhen, meint Spott.
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Konkursus
A-Lizenz-Schreiber


Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beiträge: 910
Wohnort: zwischen Hamburg und Bremen

BeitragVerfasst am: 31.07.2014, 12:27

Titel:

Antworten mit Zitat

ja, Statistik, Statistik.....

meines Erachtens nach darf man bei allem nicht die nächste Etage der Kräfteverhältnisse unberücksichtigt lassen, nämlich das Verhältnis Radfahrer/Radfahrer untereinander und Radfahrer/Fußgänger.

Ich wohne ja auf dem harmlosen Land, es gibt hier inzwischen 20er Zonen, also viele der Foris müssten die Bremse ziehen.

Aber was hier von Radfahrern abgeht, geht nicht auf die berühmte Kuhhaut. Zunächst wollen wir ja von den allwöchentlichen Trunkenheitsfahrten gar nicht reden, nein, Fußgänger sind oft Freiwild, der muss wohl wegspringen. Ich habe mal eine Auszubildende von uns auf dem Bürofahrrad gesehen, auf dem Fußweg, verkehrte Richtung und telefonierend. Die habe ich mal gefragt, wieviel Geld sie überhaupt bezahlen will bei einer Kontrolle durch die Polizei, die zudem 500 m entfernt ist.

Also mir geht´s um eins: sich hineinversetzen in andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere, wenn die stärker sind. Es ist auch unsinnig, immer auf Schuldursachen zu verweisen, wenn ich später tot bin. Wenn ich also geradeaus fahre und eine Kreuzung kommt, dann guck ich, ob parallel zu mir ein LKW oder PKW fährt, ebenso wenn ich auf der BAB unterwegs bin und ein Stau kommt, ich guck schon, ob hinter mir ein LKW kommt oder ein PKW.

Die Diskussionen, wer hatte schuld und wie bringe ich ihn an den Pranger, bringen gar nichts, da widerspricht schon den modernen Kommunikationstheorien. Die Frage ist doch, wie ändere ich die Situation im Sinne aller Beteiligten, ohne dass sich einer in die Ecke gedrängt fühlt.

Schönes Wochenende


Ko
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tendam
Hobby-Schreiber


Anmeldungsdatum: 24.07.2014
Beiträge: 9
Wohnort: Hamburgs Norden

BeitragVerfasst am: 31.07.2014, 19:51

Titel:

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Fakt ist, Unfälle beim Radfahren tuen weh, weshalb meist mit äußerster Vorsicht gefahren wird. Zudem sind die Ergebnisse nach einem Crash mit einem Rad im Vergleich zu einem 3,5 Tonner witzlos. *(Masse + Geschwindigkeit = blabla)

Es sterben mehr Menschen durch einen Blitzeinschlag, als durch einen vom Radfahrer verursachten Crash.
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Helmut
Admin


Anmeldungsdatum: 03.04.2006
Beiträge: 12402
Wohnort: Hamburg-Tonndorf

BeitragVerfasst am: 31.07.2014, 22:51

Titel:

Antworten mit Zitat

Ja, es gibt Radrüpel, so wie es auch rüpelhafte PKW-Fahrer und mehr gibt. Was die Rotlichtverstöße der Radfahrer betrifft, ist das in meinen Augen weitgehend deutsche Hysterie. Ansonsten müsste man auch an Ampeln ebenso groß angelegte Kontrollen durchführen, ob Fußgänger bei rot über die Straße gehen. Besser wäre es m. E. die Kirche im Dorf zu lassen, nicht gleich jeden bei rot eine Straße überquerenden Fussgänger oder Radfahrer nur aus Prinzip abzukassieren.

tendam schrieb:
Fakt ist, Unfälle beim Radfahren tuen weh

Ja, auch einem angefahrenen Fußgänger bzw. gegnerischen Radfahrer.

tendam schrieb:
weshalb meist mit äußerster Vorsicht gefahren wird.

Mit äußerster Vorsicht? Das deckt sich nicht mit meinen Beobachtungen. "Zumeist mit Vorsicht" würde ich unterschreiben.
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VeloC
A-Lizenz-Schreiber


Anmeldungsdatum: 05.10.2010
Beiträge: 333
Wohnort: Duisburg

BeitragVerfasst am: 22.08.2014, 10:26

Titel:

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In Duisburg schimpfte kürzlich ein ADFC-Vorstandsmitglied auf die Rüpel-Radfahrer, während der Polizei-Sprecher daran erinnern musste, dass gerade die schlimmen Unfälle des letzten Jahres durchweg aus Vorfahrtverstößen von PKW- und LKW-Fahrern resultierten:

WAZ-Bericht

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