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Bürgerschaftswahl in Hamburg: Ergebnis des ADFC-Wahlcheck

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Helmut
Admin


Anmeldungsdatum: 03.04.2006
Beiträge: 12402
Wohnort: Hamburg-Tonndorf

BeitragVerfasst am: 31.01.2015, 03:18

Titel: Bürgerschaftswahl in Hamburg: Ergebnis des ADFC-Wahlcheck

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Der ADFC Hamburg schrieb:

Eindeutiges Ergebnis beim ADFC-Wahlcheck:
Grüne und LINKE am fahrradfreundlichsten!


Vor der Wahl am 15. Februar 2015 fühlte der ADFC allen bisher in der Bürgerschaft vertretenen Parteien auf den Zahn. Wie halten sie es mit dem Radverkehr und was wollen sie für Hamburgs Radfahrende in der nächsten Legislaturperiode erreichen. Ergebnisse und Auswertung der großen ADFC-Umfrage wurden auf einer Pressekonferenz am Freitag präsentiert.

Immer mehr Menschen steigen in Hamburg aufs Rad, nicht nur in ihrer Freizeit, sondern vor allem auch im Alltagsverkehr. Das hat auch die Politik bemerkt: Der Radverkehr ist eines der heiß umkämpften Themen im Wahlkampf. Alle Parteien geben sich fahrradfreundlich. Aber wie ernst ist es ihnen wirklich? Der ADFC fragte das mit konkreten Wahlprüfsteinen ab.

„Das Ergebnis ist enttäuschend“, so Merja Spott, Referentin für Verkehr, „denn nur zwei Parteien wollen sich für den Radverkehr so einsetzen, wie es sich der ADFC wünscht: Grüne und LINKE“. Bei den anderen Parteien, insbesondere der SPD, sind die vermeintlichen Liebeserklärungen ans Fahrrad scheinbar leider doch oft nur Lippenbekenntnisse.

Noch nicht einmal die Velorouten, die schon seit 1997 in der Planung sind, wollen CDU, SPD und FDP bis 2020 fertig stellen. "Bürgermeister Scholz, CDU und FDP sind sich in dem Glauben einig, dass Hamburg sich fahrradfreundlicher, verkehrssicherer und attraktiver machen ließe, ohne den massiven Auto- und Wirtschaftsverkehr in der Stadt zu reglementieren. „Den Radverkehr ausbauen, ohne dem Auto Platz wegzunehmen? Wie soll das gehen?“, fragt Spott und fordert Ehrlichkeit und Mut in der Diskussion um die Frage, wie wir uns zukünftig in der Stadt bewegen wollen. Ein modernes Verkehrskonzept für Hamburg, das konsequent auf klimafreundliche, stadt- und menschengerechte Mobilität setze, ließe sich bei der regierenden SPD nicht erkennen. Aber: „Immerhin zeigt sich die SPD im ADFC-Wahlcheck offen, was die Einrichtung weiterer Fahrradstraßen angeht“, so Spott. Es jedoch allen recht machen zu wollen, führe nur zu Lösungen, mit denen niemand so richtig warm wird.

Deutlich werde auch, dass außer Grünen und LINKEN noch immer nicht alle Verkehrspolitiker verstanden hätten, dass es bei der Radverkehrsförderung nicht nur um Sanierung von Radwegen oder der Anlage von Radfahrstreifen geht. Parkraumbewirtschaftung, Verkehrsberuhigung und Temporeduzierungen sind nach Ansicht des ADFC ebenso wichtige Maßnahmen, um das Verkehrssystem sicherer für die Menschen und damit auch fahrradfreundlicher zu machen.

„Der ADFC-Wahlcheck verstärkt so den Eindruck, dass die Aktivitäten der SPD in Sachen Radverkehr in den letzten Monaten doch vor allem auch Wahlkampf waren. Im Sinne eines fahrradfreundlichen Hamburgs ist daher nur zu hoffen, dass Olaf Scholz in der nächsten Wahlperiode nicht mehr allein das Sagen hat, sondern einen Partner erhält, der ihn endlich aufs Rad setzt.

http://www.hamburg.adfc.de/verkehr/themen/wahlpruefsteine/wahlpruefsteine-zur-buergerschaftswahl-2015/
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Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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VeloC
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Anmeldungsdatum: 05.10.2010
Beiträge: 333
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BeitragVerfasst am: 31.01.2015, 12:29

Titel:

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Zu spät! Bereits gestern am frühen Abend habe ich trotz fehlender Wahlberechtigung den Wahl-O-Mat durchgespielt. Und den SPD-Teil meiner Familie damit geschockt, dass ich in Hamburg Grün wählen sollte oder als zweitbeste Alternative die Linke (letzteres war noch schlimmer). Okay, dann wundert mich das jetzt wenigstens nicht mehr! Ha Ha
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Grotefend
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Anmeldungsdatum: 29.05.2007
Beiträge: 508
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BeitragVerfasst am: 31.01.2015, 16:14

Titel: Bitte auf dem Teppich bleiben!

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Bei vollem Verständnis für die Liebe zum Fahrrad (die ich uneingeschränkt teile): Bitte nicht die Prioritäten durcheinander bringen. Es gibt durchaus noch ein paar Probleme, die wichtiger sind als die Förderung des Radverkehrs. Beispielsweise Wohnungsbau, Flüchtlingsprobleme, Gesundheitsversorgung, Schaffung von Arbeitsplätzen, Wirtschaftsverkehr, Fluglärm, Kriminalität im Allgemeinen und Gewalt im Besonderen, Globalisierung, Schuldenabbau, Schulen, Universitäten und Berufsausbildung u.v.a.m.

Alle genannten und weitere Probleme sollten bei der Wahlentscheidung entsprechend ihrem Gewicht Berücksichtigung finden. Deshalb finde ich es problematisch -auch wenn dies ein Fahrradforum ist- eine so unverhohlen einseitige Wahlempfehlung zu veröffentlichen.
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VeloC
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Anmeldungsdatum: 05.10.2010
Beiträge: 333
Wohnort: Duisburg

BeitragVerfasst am: 31.01.2015, 17:46

Titel:

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Wer soll denn hier eine Wahlempfehlung erteilt haben, noch dazu eine unverhohlen einseitige? Sprichst du da jetzt den ADFC, Helmut oder mich an?

Nur für den Fall, dass du c) meinen solltest die Info, dass ich im Wahl-O-Mat durchaus noch mehrere andere Themen mit doppelter Gewichtung versehen habe. Dieselben, die mir in meinem Wohnort auch wichtig sind - und dort auch gerne vermurkst werden, obwohl sich in unserem Rathaus ein rot-rot-grünes Mehrheitsteam tummelt, dass nach meinen Präferenzen ja eigentlich den Optimalfall darstellen sollte. Ist schon ein Kreuz mit dem Kreuzchen, echt! Shocked
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Kiezkicker
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Beiträge: 98
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 31.01.2015, 20:59

Titel: Re: Bitte auf dem Teppich bleiben!

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Grotefend schrieb:
Bei vollem Verständnis für die Liebe zum Fahrrad (die ich uneingeschränkt teile): Bitte nicht die Prioritäten durcheinander bringen. Es gibt durchaus noch ein paar Probleme, die wichtiger sind als die Förderung des Radverkehrs. Beispielsweise Wohnungsbau, Flüchtlingsprobleme, Gesundheitsversorgung, Schaffung von Arbeitsplätzen, Wirtschaftsverkehr, Fluglärm, Kriminalität im Allgemeinen und Gewalt im Besonderen, Globalisierung, Schuldenabbau, Schulen, Universitäten und Berufsausbildung u.v.a.m.
Alle genannten und weitere Probleme sollten bei der Wahlentscheidung entsprechend ihrem Gewicht Berücksichtigung finden. Deshalb finde ich es problematisch -auch wenn dies ein Fahrradforum ist- eine so unverhohlen einseitige Wahlempfehlung zu veröffentlichen.

Wer legt denn die Prioritäten fest? Und wer sagt bzw. glaubt, dass Radverkehr dann die einzige Entscheidungsgrundlage bildet bzw. bilden soll?

Freibier
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Helmut
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Anmeldungsdatum: 03.04.2006
Beiträge: 12402
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BeitragVerfasst am: 11.02.2015, 04:13

Titel: Re: Bitte auf dem Teppich bleiben!

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Grotefend schrieb:
Bei vollem Verständnis für die Liebe zum Fahrrad (die ich uneingeschränkt teile): Bitte nicht die Prioritäten durcheinander bringen. Es gibt durchaus noch ein paar Probleme, die wichtiger sind als die Förderung des Radverkehrs. Beispielsweise Wohnungsbau, Flüchtlingsprobleme, Gesundheitsversorgung, Schaffung von Arbeitsplätzen, Wirtschaftsverkehr, Fluglärm, Kriminalität im Allgemeinen und Gewalt im Besonderen, Globalisierung, Schuldenabbau, Schulen, Universitäten und Berufsausbildung u.v.a.m.

Na klar, Radfahren ist insgesamt gesehen nur ein Randthema, hier aber das Zentrale, welches es hier zu Beleuchten gilt.

Grotefend schrieb:
Alle genannten und weitere Probleme sollten bei der Wahlentscheidung entsprechend ihrem Gewicht Berücksichtigung finden. Deshalb finde ich es problematisch -auch wenn dies ein Fahrradforum ist- eine so unverhohlen einseitige Wahlempfehlung zu veröffentlichen.

Ich finde es O.K., wenn der ADFC klar sagt, welche Partei seinen Forderungen am ehesten nachkommen würde, so wie dies andere Verbände auch tun. Das soll den Druck, eine bessere Fahrradpolitik zu machen, auch auf die anderen Parteien erhöhen. Eine Empfehlung, welche Partei man laut HFS denn nun wählen sollte, ist es nicht. Hier werden keine Hirtenbriefe an die Gemeinde verlesen.

By the way: Der ADFC Hamburg hat nachgelegt. Hier seine neueste Pressemitteilung:

Klotzen statt kleckern – Londonize Hamburg!

Am Sonntag ist Wahl: Für die nächsten fünf Jahre werden dann die Weichen in Hamburg gestellt! Radverkehr war eines der wichtigsten, heiß umkämpften Themen im Wahlkampf. Aber wird Hamburg nach dem 15. Februar fahrradfreundlicher? Was tut sich in anderen europäischen Metropolen? Neidisch blicken Hamburgs Radfahrende nach London...

Olaf Scholz hat vor der Wahl versprochen, den „Radverkehr in Hamburg massiv ausbauen“ zu wollen. Vor wenigen Tagen legte sein Verkehrssenator ein Bike+Ride-Konzept vor, das eine Grundversorgung mit Fahrradabstellplätzen vorsieht – leider aber erst für 2025! Auch gibt es in Hamburg immer mehr Radfahrstreifen und Fahrradstraßen – leider aber nur ein paar km in einem knapp 1600 km umfassenden Verkehrsnetz. Was dagegen Entschlossenheit und Mut in der Verkehrspolitik bewirken können, sehen Hamburgs Radfahrende dieser Tage in London. „Verglichen mit der Vision von Londons Bürgermeister Boris Johnson hat Olaf Scholz bestenfalls ein Visiönchen,“ sagt Merja Spott, Referentin für Verkehr beim ADFC Hamburg. „In London wird nicht nur vorsichtig gekleckert, sondern mutig geklotzt."

In der britischen Metropole sollen nicht nur alle Akteure aus den Bezirken und Verwaltungen mit ins Boot geholt werden, auch die Finanzmittel für den Radverkehr sind beeindruckend: 930 Millionen Pfund, das sind rund 1,2 Milliarden Euro, will Johnson innerhalb der nächsten zehn Jahre investieren, um London fahrradfreundlich umzubauen. „Die 5 Millionen jährlich, die Hamburg für den Radverkehr in die Hand nehmen will, sind dagegen Peanuts“, so Spott. Sie empfiehlt Olaf Scholz, sich an seinem englischen Kollegen ein Vorbild zu nehmen.

Denn im traditionell autofreundlichen London hat man schon vor zehn Jahren erkannt, dass nur mutige Maßnahmen eine echte Verbesserung der Verkehrsklimas bringen. Der erste Erfolg war die Einführung der Citymaut im Jahr 2003. Der Verkehr in der Innenstadt wurde deutlich reduziert, Busse und Wirtschaftsverkehr stehen seitdem nicht mehr im Stau. Die Parkplatzsituation hat sich entspannt. Und die Zahl der Unfälle ist auch gesunken.

Das Fahrradprogramm von Boris Johnson will dem Autoverkehr weitere Flächen entziehen – sowohl in der Innenstadt als auch in den Wohngebieten. Stattdessen soll ein Pendlernetz entstehen, das den Radlern die Wahl lässt, ob sie mit dem Rad zur nächsten Haltestelle oder gleich in die Innenstadt fahren, ob sie lieber auf ruhigen Nebenstraßen unterwegs sind oder über Hauptrouten schnell ans Ziel kommen wollen. Das Ziel dieser Maßnahmen wird deutlich benannt: Weniger Staus, weniger Gedränge in der U-Bahn, bessere Luft und mehr Lebensqualität in der Metropole.

„Großbritannien ist genauso ein Autoland wie Deutschland. Aber in London knicken die Entscheidungsträger nicht vor Bewohnern ein, die auf ihren kostenlosen Parkplatz im öffentlichen Raum pochen. Und ganz wichtig: Das ganze Projekt wird von offensiver Öffentlichkeitsarbeit begleitet, die Lust aufs Radfahren macht. Denn wer wirklich etwas verändern will, muss Überzeugungsarbeit leisten“, sagt Spott.

Was dem ADFC Hamburg für die nächste Legislaturperiode wichtig ist, ist klar: Endlich ein durchgängiges Veloroutennetz, das diesen Namen verdient, Fahrradstraßen auf den Routen, auf denen bereits heute mehr Radler als Autos unterwegs sind und eine Parkraumbewirtschaftung innerhalb des Rings 2 sind nur einige dieser Punkte. Und wer noch nicht weiß, wo er am 15. Februar ihre Kreuze machen soll, dem hilft vielleicht unser Wahlcheck der Hamburger Bürgerschaftsparteien:

http://www.hamburg.adfc.de/home/detailansicht/news/eindeutiges-ergebnis-beim-adfc-wahlcheck/
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Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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