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La Vosgienne '10, Thann/Vogesen (Bericht+Bilder)

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hanseat
A-Lizenz-Schreiber


Anmeldungsdatum: 17.09.2007
Beiträge: 805
Wohnort: Buxtehude

BeitragVerfasst am: 07.09.2010, 22:14

Titel: La Vosgienne '10, Thann/Vogesen (Bericht+Bilder)

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Schon im letzten Herbst hatte mich Helmut auf die Vosgienne aufmerksam gemacht: „Das wäre doch was für Dich! Dort kannst Du ne Menge Höhenmeter sammeln!“ Tatsächlich war ich direkt interessiert, kannte ich die Vogesen doch schon vom Wandern und sie mit dem Rennrad zu bezwingen war direkt eine tolle Vorstellung. Blut geleckt hatte ich ja bereits bei der Tour de Energie in Göttingen, oder der Velotour in Frankfurt, wo jeweils mehr als 1.000 Höhenmeter bei ca. 100 km Streckenlänge überquert werden müssen. Aber 3.200 Höhenmeter auf 160 km (wie es der Veranstalter auf seiner Homepage beschreibt), das ist dann doch eine komplett andere Liga und vollkommen neu für mich!

Voller Tatendrang hatte ich mir dann im letzten Oktober ein schön leichtes Rad gekauft und mit einigen Rennen und RTFs wollte ich mich im Vorfeld auf die besondere Herausforderung vorbereiten. Leider sollte dann doch alles anders kommen. Bei einem Vorbereitungsrennen in Hannover ist bei einem üblen Massensturz mein 7,5 kg leichtes Bike derartig demoliert worden, dass ich es für derartige Zwecke nicht mehr nutzen konnte. Glücklicherweise kam ich mit oberflächlichen Blessuren davon. Von Massenstartveranstaltungen wollte ich erst mal nichts mehr wissen. Ich rief sogar meinen Freund Stephan in Frankfurt an, um meine Zweifel an unserem Vorhaben zu bekunden. Ich wollte stattdessen viel lieber Zeitfahren und Triathlons absolvieren. Er war davon gar nicht angetan, war sein kompletter Jahresplan doch bereits auf dieses erste Wochenende im September abgestimmt. Ich überlegte ein paar Tage und kam dann zum Schluss, dass ich das Rennen in Angriff nehmen will, allerdings mit geänderten Ansprüchen. Ich werde fahren, aber vor allem um dieses Rennen zusammen mit Stephan abzuschließen.

Abgesehen von Mannschaftszeitfahren bin ich bei Radrennen immer ziemlich egoistisch auf eigene Kappe gefahren, diesmal wollte ich dann zum ersten Mal ein Rennen gemeinsam mit einem Partner absolvieren und dabei deutlich entspannter als sonst fahren, ohne eigenes Platzierungsziel, nur auf Ankommen! Mein altes 2danger, das ich reaktivierte, wiegt auch immerhin stolze 10 kg. Aufgrund der geänderten Devise hatte ich mich dann auch nur zu einem hügeligen Vorbereitungstraining mit Schnuffi in den Harburger Bergen aufgerafft. Das war dann aber auch alles.

Freitag, zwei Tage vor dem Start

Urlaub! Auch wenn es ein stressiger wird. Nachmittags geht es auf der Autobahn nach Frankfurt, wo ich dann erst um 21 Uhr nach überfüllten Straßen und einer leider etwas nervigen Mitfahrgelegenheit schon ziemlich gerädert ankomme. Mit Stephan mache ich noch Bescherung: Er freut sich riesig über das Buch Die legendären Anstiege des Giro d'Italia vom Covadonga-Verlag und vor allem über die schnittige und sehr praktische selbsttönende Radbrille „Sinner Raptor“, die perfekt zu seinem Outfit passt. Abgerundet wurde das Geschenkpaket durch die vielen Dextro-Energy-Produkte, die mir Helmut mitgegeben hatte.

Wir fachsimpelten noch lange über Job und unsere Pläne, die sich hoffentlich übermorgen realisieren lassen würden. Ganz ohne Ziel geht es bei mir ja doch nicht! Das Reglement der Vosgienne sieht vor, dass man die Strecke in 9 Stunden abschließen muss, um wenigstens das Diplom in Bronze zu erhalten. In unserer Altersklasse müsste man fürs Silberdiplom weniger als 7,5 Stunden schaffen, die 6 Stunden für Gold waren für uns direkt unrealistisch. Wir einigten uns darauf, in allererster Linie auf Ankommen zu fahren und wenn wir sehen, dass Silber drin ist, dann würden wir versuchen dies zu erreichen! Eine wirklich nette Klassifizierungsidee, wie wir finden. Denn wenn man nicht um Platzierungen fährt, sind solche Einteilungen große Motivationshilfe, und weniger abstrakt wie eine bestimmte Zeit zu knacken! Vielleicht ja auch eine gute Idee für weitere Jedermannrennen…

Samstag, ein Tag vor dem Start

Es wird ernst. Nach einer kühlen Nacht fuhren wir nach dem leckeren Frühstück auf der A5 gen Süden. Ich konnte Stephan überreden noch einen kurzen Abstecher zum Königstuhl bei Heidelberg zu machen. Dort fuhr Stephan seinen erste und ich meine dritte Stoppomatstrecke als kurze aber intensive Vorbelastung für den morgigen Tag! Gegen 16:30 Uhr erreichten wir das schöne Städtchen Thann. Am Vogesentalausgang der Thur gelegen, versprüht das Städtchen einen direkt sehr sympathischen Charme. Die detailverliebte, gotische Kathedrale mit ihren unterschiedlich gefärbten Schindeln dominiert das Stadtbild, umgeben von den typisch elsässischen Fachwerkbauten mit farbigen Blumenkästen. Es herrschte bereits ein typisch aufgeregtes Treiben in den Straßen, denn eines der sportlichen Highlights, das vor 23 Jahren gegründet wurde und mittlerweile nur alle zwei Jahre stattfindet stand an: La Vosgienne.

Helmut hatte uns noch sein eigenes Hochdruckgebiet „Helmut“ mit auf den Weg geschickt. Entsprechend konnte man auf dem Platz nahe des Zentrums viele Spätanmelder beim Einschreiben beobachten. Verschiedene Zelte standen für den morgigen Tag bereit, in einigen konnte man nun schon die Startnummer und seinen Starterbeutel erhalten, der neben einer Trinkflasche, zwei Energiegel, einen Radkatalog und ein Paar Sportsocken enthielt. Eine hübsche Zusammenstellung, wenn man dies an dem sehr günstigen Startpreis misst, der für Frühbucher nur 28 Euro beträgt!

So ein bisschen überkam uns schon die Aufregung. Wir stellten uns vor, wie wir nach der harten Runde ins Ziel einfahren würden. Mit meinen wenigen Französischkenntnissen hatte ich es gerade noch hinbekommen jemandem nach Marc Baur zu fragen, traf ihn dann im Informatikraum. Marc ist der 2. Präsident des AC Thann, der die Vosgienne austrägt. Meine organisatorische Kommunikation im Vorfeld und die von Helmut lief stets über den sehr engagierten Marc, der ein sehr gutes Deutsch spricht und sämtliche Anfragen immer schnell und sympathisch beantworten konnte. Er wünschte uns viel Glück für den morgigen Tag. Man merkt, dass Marc und auch sein Team mit Herzblut an diesem Rennen hängen.
Er reservierte uns einen Platz im Massenquartier, ähnlich einer Jugendherberge, das wir dann anschließend bezogen. Ein weiterer Deutscher schlief in unserem Zimmer, Dirk aus Freiburg, der gern mal unter sechs Stunden abschließen würde. Kurz vor der Nachtruhe hat er uns noch viele seiner Erfahrungen aus zehn Jahren Teilnahme mitgegeben. Vielen Dank dafür!

Sonntag! Vosgienne, Renntag!

6:20 Uhr springen wir aus den Federn, so richtig gut konnten wir nicht schlafen. Stephan fand wohl nur zwischendrin zum Sekundenschlaf und ich hatte neben ein paar seltsamen Albträumen auch keine erholsame Nacht. Draußen dämmerte es noch, aber kein Wölkchen zierte den Himmel, kein Windlein brachte die Blätter zu tänzeln, es war nur etwas frisch. Schnell noch ein paar Nutellabrote gefrühstückt und schon ging es per Rad zum Start. Stephan war schon ziemlich aufgeregt, ich war tatsächlich so entspannt, wie noch nie zuvor bei einem Radrennen, nur Puls 95 statt 130.

Insgesamt über 1.400 Teilnehmer (Rekord!) machten sich bei diesem Spätsommertag auf, um die Landstraßen der Vogesen zu erobern, die eine Hälfte auf der kleinen 100km-Runde und die andere mit uns gemeinsam die lange Tour über die sieben Gipfel. Die meisten der Radfahrer sind Franzosen, aber auch Luxemburger, Holländer, Belgier und Schweizer waren am Start. Deutsche sind bei diesem Rennen, das eigentlich nur 25 km entfernt von der deutsch-französischen Grenze stattfindet, (noch) in der klaren Unterzahl.

Der Orga-Platz war nun viel gefüllter als noch am gestrigen Tag. Neben den Orgakräften, den Sportlern und Zuschauern sorgte auch eine kostümierte Kappelle für ein tolles, positives, erwartungsvolles Ambiente. Um 8 Uhr fuhren die ersten Starter der langen Streckenwahl los, bis Stephan und ich uns etwa drei Minuten später aufs Bike schwangen. Es ging direkt an unserer Herberge vorbei rechts in den Wald und schon kündigte sich der erste Anstieg an. Der Col du Hundsrück (748 m), den wir auf einer Forststraße bezwangen.

Die Organisation sorgte stets am Fuße des Anstiegs für eine Infotafel, damit man wusste, was auf einen zukommt. Den ersten Anstieg empfand ich noch als sehr angenehm, ich genoss das frühmorgendliche Licht und die Tatsache, dass ich unter meinen Möglichkeiten fuhr. Ich genoss diese Situation, so dass ich nebenbei viele Fotos schießen konnte und vor der Kuppe mich von Stephan absetzte, um dort ebenso zu fotografieren.

Nach gut 400 Höhenmetern folgte eine längere Abfahrt, die von einer Gegensteigung unterbrochen wurde. Ich bemerkte, dass Stephan ein ziemlich guter Abfahrer war und ich Mühe hatte an ihm dran zu bleiben. Ab Kilometer 15 war die Talsohle der Doller erreicht, gefolgt von einem zehn Kilometer langen Flachstück. Hier machte ich dann auch hin und wieder Tempoarbeit. Leider funktionierte die Gruppe nicht besonders gut, so dass ich wohl etwas zu euphorisch zu früh zu viele Körner liegen ließ.
Nun wartete einer der schwersten, höchsten und längsten Gipfel des Mittelgebirges auf uns: Der legendäre Ballon d’Alsace (1171 m). Der erste Berg, der jemals in eine Streckenführung der Tour de France eingestreut wurde, war dieser Berg. Ab Sewen wurde es 7-8 % steil, über mehrere Serpentinen ging es im Wald stetig hinauf zur Hochplateau. Hier öffnete sich uns zum allerersten Mal der wunderbare Blick auf die umgebende Bergwelt. Weide und Wiesen dominieren in den Vogesen oberhalb der 1.100-Meter-Grenze. Ich fuhr voraus um einige weitere Bilder zu schießen.

Nach einer schnellen und langen Abfahrt holte ich den kurz enteilten Stephan in Saint-Maurice wieder ein. Endlich ruhten wir uns in einem Grüppchen mal aus. Doch nur kurze Zeit später kam der dritte Berg, der Col du Page (957 m), der mir besonders gut gefallen hat, weil er auf den ersten zwei Dritteln offen ist, man stets auf Serpentinen hinauf oder hinab schauen kann. Erst das letzte Drittel führt auf einer schmalen Forststraße durch den Wald. Die Abfahrt war dann allerdings sehr gefährlich, nicht durch die Kurven, sondern durch den schlechten Asphaltbelag, der bei hohen Geschwindigkeiten das Festhalten des Lenkers erschwerte. Hier gab es auch einen üblen Unfall. Ich hoffe, dass es dem Opfer wieder gut geht.

Die sich anschließenden 70 Höhenmeter hinauf zum Col d’Oderen (884 m) konnte man bestens hoch drücken. Hier war nun nach 62 km der erste Verpflegungspunkt erreicht. Die erste Verpflegung, die ich bei einem Radrennen je angesteuert habe…Wink Neben den von mir geliebten Orangen wurde süßes Schwarzbrot, Banane, getrocknete Pflaumen und diverses mehr angeboten. Die Flaschen wurden aufgefüllt und schon fuhren Stephan und ich die schnelle Abfahrt nach Kruth hinunter. Immerhin erreichte ich hier 73 km/h.

Nach einem fünf Kilometer langen welligen Abschnitt folgte die Schlüsselstelle der großen Vosgienne: die Auffahrt zum Col de Bramont (956 m) und die sich anschließende zur Route de Cretes. Immerhin waren jetzt 75 Kilometer absolviert, vier Cols grüßten bereits aus den Beinen und noch immer lag mehr als die Hälfte vor uns. Unten am Fuß machte ich noch kurz Führungsarbeit, aber dann kam der moralische Tiefpunkt für mich. Ich fühlte mich langsam ausgelaugt und meine rechte Wade fing an zu krampfen. Die gleichmäßige Steigung, die sich immer im Gleichklang durch den Wald hinauf schlängelte, wollte partout nicht enden. Stephan fuhr mittlerweile vor mir und legte ein zügiges Tempo vor, dem ich nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Ich war einfach platt, versuchte das Hinterrad von Stephan zu halten und sehnte mir den Pass herbei.

Kurze Zeit ohrfeigte ich mich für mein monatelanges Kurzdistanztraining und meine überschwängliche Fahrweise zu Beginn des Rennens. Dann endlich ging es bergab, nur kurz, aber immerhin so ausreichend, dass ich mich ein wenig regenerieren konnte und neuen Mut fasste. Es ging in den schlecht asphaltierten Anstieg zur Route de Cretes. Hier mussten steile Abschnitte von mehr als 10 % überwunden werden. Kämpfen, kämpfen, kämpfen! Hier fuhr ich dann meinen eigenen Rhythmus. Vielleicht auch aufgrund meiner Standardausrüstung musste ich hier mit letzter Kraft hoch drücken und hatte mich dadurch doch erheblich von Stephan gelöst, der kompakt fährt und weniger Meter pro Kurbelumdrehung macht. Als ich oben ankam, war ich total fertig und freute mich darüber, zwei, drei Minuten auf Stephan warten zu können.

Der Straßenbegrenzungsstein beschrieb die Distanz zu unserem nächsten Zwischenziel, le Markstein – 13 km. Und erst mal ging es noch hinauf auf den Kulminationspunkt der Vogesenrundfahrt auf 1.245 Metern über NN. Wer dachte, es käme eine Abfahrt, wurde enttäuscht, immer wieder ging es ein paar Meter bergab und dann kam die nächste zermürbende Welle. Bei windigen Verhältnissen wäre die Fahrt hier oben auf dem Hauptkamm der Vogesen zur echten Härteprüfung geworden, bei besten Wetterbedingungen kamen wir doch einigermaßen gut zum nächsten Verpflegungspunkt. Hier ließ ich mir bewusst mehr Zeit für die Regeneration, denn ein Blick aufs Streckenprofil stärkte die Moral, zwar lagen immer noch mehr als 60 Kilometer vor uns, doch nur noch ein langer Anstieg trennte uns von unserem Traum!

Die Abfahrt hinunter nach Guebwiller wurde ebenfalls von einem Gegenanstieg unterbrochen, der bei uns im Norden einen Platz unter den härtesten Steigungen bekommen würde. Hier erschien er nicht mehr als eine Schippe Sand. Leider fuhren wir zu dritt im Wind, die große Gruppe erreichte uns erst am Fuß des letzten Anstiegs zum Col Amic (825 m). Am Fuß wurden ein paar zweistellige Prozente überwunden und ein Blick auf eine Storchenzucht lenkte uns ein bisschen ab. Kurz darauf wurde der letzte Verpflegungspunkt erreicht. Ich fühlte mich gut und ließ es Stephan wissen, denn nur noch ein Berg sollte doch machbar sein.

Der 11 Kilometer lange Col Amic wurde aber auf seinen letzten Rampen zum Höllenritt. Nach der Rast ging es bei mittlerer Steigung gut, aber der Berg hörte und hörte nicht auf. Ich hatte damit gerechnet, mal eine kurze Ruhepause zu haben, aber es ging beständig durch den Wald bergauf. Ab der Kreuzung zum Grand Ballon dachte ich, es wäre vollbracht, aber ein Blick nach links auf die weiterführende Steigung ließ mich innerlich fluchen. Nach ein paar Kurven öffnete sich der Wald vollends und ein fantastisches Panorama tat sich auf. Leider hatte ich schon seit dem Bramont nur noch mit mir selbst zu tun und schon gar keine Kraft noch Lust, weitere Fotos zu machen. Der Blick war grandios. Vogesens höchster, der Grand Ballon (1.424 m) war so nah. Aber es hieß weiter auf die Zähne beißen, zu guter Letzt musste auch noch ein Kopfsteinpflasterstück überwunden werden. Noch zwei, drei Rampen und es war endlich geschafft. Am Veil Armand vorbei über zwei kleine Wellen führte der Weg endlich hinab nach Uffholtz.

Ab hier fuhren wir die letzten zehn Kilometer leicht ansteigend zurück nach Thann. Ich sagte zu Stephan, lass die Gruppe ziehen und konzentrieren wir uns aufs Genießen! 500 Meter vorm Ziel hielten wir uns die Hand. Dann fuhren wir nacheinander durchs Zielspalier, ein toller Moment! Im Ziel umarmten wir uns. Wir waren so glücklich und überschwänglich! 7 Stunde und 1 Minute benötigten wir für den 160 km langen und nach eigenen Aufzeichnungen 3.450 Höhenmeter schweren Ritt über die schwersten Berge des Elsass! Dies entspricht einen Schnitt von knapp 23 km/h. Der Sieger beendete die Tour bereits mehr als zwei Stunden vor uns. Aber unser Traumziel, gemeinsam eine Silberzeit zu holen erfüllte sich voll und ganz! Danke hierbei an Helmut, Marc Baur, Sinner, Covandonga und Dextro-Energy für die fantastische Unterstützung!

Nachdem wir das Diplom abgeholt hatten, gingen wir ins Festzelt, wo ein kalorienreiches elsässisches Essen auf uns wartete. Ich konnte auf der Bank kaum sitzen. Stephan verabschiedete sich zur Dusche, ich nahm erst mal auf der Massagebank Platz, wo ich mich durch hübsche Frauenhände angenehm durchkneten ließ. Anschließend schon ein bisschen aufgelockerter bedankte und verabschiedete ich mich von Marc.

Abends tranken wir noch zwei Heldenbier in einem Restaurant am Flüsschen Thur. Freude und Stolz erfüllten uns, die Qualen waren bereits in den Hintergrund gedrängt. Immer wieder sprachen wir uns mit "Held" an Smile und wir machten uns schon Gedanken über eine neue Herausforderung. Vielleicht ja mal ein echter Radmarathon in den Alpen…?

Fazit

Die Vosgienne ist ein sehr sympathisches Rennen durch eine wunderschöne Mittelgebirgslandschaft. Die Organisation funktionierte vorbildlich, Leistungen wurden für kleines Startgeld mehr als erfüllt und Streckenposten hielten den Verkehr von uns Radfahrern fern. Meist wurde auf sehr verkehrsarmen Strecken gefahren, nur gelegentlich auf weniger riskanten Abschnitten musste man sich die Straße mit Motorrädern oder Autos teilen. Ich wünsche Marc Baur und dem AC Thann, dass die Vosgienne die Aufmerksamkeit gewinnt, die sich die Veranstalter wünschen! Auch kam mir das Rennen deutlich entspannter vor als viele in Norddeutschland. Dies liegt aber sicher auch an der Topographie, die direkt nach dem Start schon entsprechende Leistungsklassen voneinander selektiert. Ein wunderbares Rennen, das auch aufgrund seines Turnus von zwei Jahren etwas ganz besonderes im Radsportzirkus darstellt.

Absolut top und für uns unvergesslich! Hier kommen unsere

Bilder von La Vosgienne.


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"Mr. Nachkommastelle"
...wir sitzen alle in einem Boot, die einen rudern und die anderen genießen die Aussicht...
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Helmut
Admin


Anmeldungsdatum: 03.04.2006
Beiträge: 12402
Wohnort: Hamburg-Tonndorf

BeitragVerfasst am: 08.09.2010, 00:22

Titel:

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Hier kommen von hanseat und Stephan die

Bilder von La Vosgienne.
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Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Janibal
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Anmeldungsdatum: 01.12.2008
Beiträge: 955
Wohnort: Bargteheide

BeitragVerfasst am: 08.09.2010, 14:21

Titel: super

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eigentlich doch nur eine normale RTF, wenn da nicht die Höhenmeter gewesen wären. Lange habe ich mich auch gegen Compactkurbeln gewehrt und 39/26 auch bei 20% gefahren. Die Beratungsresistenz hat aber aufgehört, als es comfortkurbel hieß und am berg kannst du ja auch 50/12 fahren, musst ja nicht 34/28 fahren. Und das 50er Blatt ist super für lang und schnell.
Problem der Veranstaltung wird bleiben, das die Alpen keine 300km entfernt sind.
War aber bestimmt gutes Training für Krümmel bis zum Col de vert chasseur... Empfehlend
Alle Achtung, so viel Reise ist nix mehr für mich und dann noch den Stoppomat zwischendurch...
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der über die Alpen kommt und PBP finisseur pour la vie
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hanseat
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Anmeldungsdatum: 17.09.2007
Beiträge: 805
Wohnort: Buxtehude

BeitragVerfasst am: 08.09.2010, 16:19

Titel: Höhenprofil + Bergwertungen

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Hier mein mitgetracktes Höhenprofil (es fiel kurz auf den Abfahrten vom Ballon d' Alsace und Page aus, daher die kürzere Streckenlänge).



hier die Zahlen zu den Steigungen:

1. Km7: Col du Hundsrück (752 m):
Länge: 6,7 km, Höhendifferenz: 410 m, mittlere Steigung: 6,1 % = Indexwert: 61,7 (2. Kategorie)

2. Km12: Col Schirm (611 m):
Länge: 1,0 km, Höhendifferenz: 47 m, mittlere Steigung: 4,6 % = Indexwert: 4,5

3. Km38: Ballon d' Alsace (1180 m):
Länge: 11,1 km, Höhendifferenz: 671 m, mittlere Steigung: 6,1 % = Indexwert: 100,4 (2. Kategorie)
(auf 7,2 km Länge 7,5 % Steigung)

4. Km57: Col du Page (952 m):
Länge: 5,8 km, Höhendifferenz: 367 m, mittlere Steigung: 6,3 % = Indexwert: 57,6 (2. Kategorie)

5. Km61: Col d' Oderen (861 m):
Länge: 1,3 km, Höhendifferenz: 64 m, mittlere Steigung: 5,0 % = Indexwert: 7,2 (4. Kategorie)

6. Km81: Col du Bramont (975 m):
Länge: 7,1 km, Höhendifferenz: 396 m, mittlere Steigung: 5,6 % = Indexwert: 52,0 (2. Kategorie)

7. Km86: Route de Cretes (1241 m):
Länge: 4,8 km, Höhendifferenz: 316 m, mittlere Steigung: 6,5 % = Indexwert: 53,0 (2. Kategorie)

8. Km94: Le Markstein (1239 m):
Länge: 1,4 km, Höhendifferenz: 61 m, mittlere Steigung: 4,4 % = Indexwert: 5,7 (4. Kategorie)

9. Km103: Klinzrunz (989 m):
Länge: 0,7 km, Höhendifferenz: 35 m, mittlere Steigung: 5,3 % = Indexwert: 4,2

10. Km138: Col Amic (917 m):
Länge: 12,8 km, Höhendifferenz: 635 m, mittlere Steigung: 4,9 % = Indexwert: 69,9 (2. Kategorie)

@ Janibal: Tatsächlich mutete es in unserer Umgebung eher einer RTF an, aber in den vorderen Feldern hatte diese Veranstaltung sicherlich Renncharakter. Es gab auch anschließend eine üppige Siegerehrung! Schade, es gab keinen Preis für den am weitesten Angereisten...Wink
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Gert
A-Lizenz-Schreiber


Anmeldungsdatum: 11.12.2007
Beiträge: 327
Wohnort: Stralsund

BeitragVerfasst am: 08.09.2010, 16:36

Titel:

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Hallo hanseat,

da hüpft mein Herz doch gleich höher, denn nächste Woche habe ich die Vogesen im Ziel, allerdings mit Wohnmobil und Crossbikes Smile !

Schöne Bilder, und super Wetter, dass wünsche ich mir auch!

Toller Bericht, danke für die Inspiration gruss

Gruß Gert
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mad.mat
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Anmeldungsdatum: 07.11.2008
Beiträge: 1201
Wohnort: Schwarzenbek

BeitragVerfasst am: 08.09.2010, 18:59

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Große Zustimmung Um dieses Abenteuer beneide ich Dich.
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Wir sehen uns da oben, Tschüss Helmut
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TriaThomy
Gast





BeitragVerfasst am: 09.09.2010, 14:16

Titel: Toller Bericht

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Hallo Hanseat,

wirklich ein toller Bericht von einer tollen Veranstaltung! Was ich neben der sportlichen Leistung auch höchst erstaunlich finde, ist Dein offenbar sehr gutes Gedächtnis - wie sonst könntest Du einen derart detaillierten Bericht verfassen? Oder hast Du unterwegs ein Diktiergerät benutzt oder Notizen gemacht? Ha Ha

'In meinem Alter' habe ich leider schon Schwierigkeiten, den Weg von Bergedorf nach Lauenburg zu finden, wenn ich den länger nicht gefahren bin ...
Über diesen Thread bin ich auch auf Deine Fleißarbeit bezüglich der Anstiege in und um Hamburg gestoßen. Dankeschön
Den hätte ich mal früher finden sollen, da wäre für mich sicher eine bessere Vorbereitung für die Nordschleife drin gewesen.
Allerdings kenne ich nur die wenigsten davon und habe mir quick 'n dirty eine kleine Excel-Datei aus Deinen Angaben gebaut, mit der ich gleich die Gegend / Ort z. Bsp. bei Google Maps sehen kann. Manche Sachen habe ich aber trotzdem nicht finden können, bspw. 'Fischbeker Heideweg (Fischbek)'?
Falls Du mal wieder am Wochenende zu Trainingszwecken Höhenmeter in der näheren Umgebung sammelst und gegen einen 'Sparringspartner' nichts einzuwenden hast, kannste ja mal bescheid sagen ...

In diesem Sinne - gute Regeneration wünscht

TT.
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hanseat
A-Lizenz-Schreiber


Anmeldungsdatum: 17.09.2007
Beiträge: 805
Wohnort: Buxtehude

BeitragVerfasst am: 09.09.2010, 14:59

Titel:

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@ TriaThomy

Wenn man sich schon im Vorfeld mit der Veranstaltung auseinandersetzt, damit meine ich Karten anschauen, Profile studieren, etc., dann ist es gar nicht so schwierig, im Nachhinein die einzelnen Anstiege zu beschreiben und wie es uns dabei ergangen ist. Aber ich bin vielleicht auch ein bisschen speziell, bin ich eben durch und durch Geograph und daher gehören solche Dinge, wie auch die Liste Hamburgs härtester Steigungen zu einem Hobby, mit dem ich mich gern beschäftige. Schön, dass sie dich hier ins Forum gespült hat. Hab schon von Deinen sportlichen Erfolgen gelesen.
Die Saison läuft ja gerade aus. Aber vielleicht kommt man ja nächstes Jahr mal bei einer Trainingsfahrt zusammen, vielleicht auch beim Zeitfahrtraining... Ich schreib solche Touren, wie die Geesthangachterbahn oder das Höhenmetersammeln in den Harburger Bergen immer kurz zuvor hier im Forum aus.

Der Fischbeker Heideweg ist die Verlängerung der Bergheide bzw. Neugrabener Bahnhofstrasse. Ich arbeite für die Konkurrenz von Google, entsprechend ist der Straßenname auch einer anderen Quelle entnommen (z. B. Magicmaps, Bing Maps).
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kraton77
Hobby-Schreiber


Anmeldungsdatum: 08.07.2010
Beiträge: 10
Wohnort: bei Frankfurt am Main

BeitragVerfasst am: 26.04.2011, 12:28

Titel:

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Was lange währt, wird auch nix mehr ...

Gemäß diesen Mottos melde ich mich, als Weggefährte dieser Tour, endlich hier zu Wort. Der ausführlichen Analyse von Alex kann ich eigentlich auch nichts mehr wirklich etwas ergänzendes hinzufügen. Lediglich eine Slideshow unserer Tour kann ich hier anbieten:
http://videos.rennrad-news.de/videos/view/618

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei Helmut für die Ausstattung bedanken: Dank der Energienahrung von PowerBar konnte ich meine Abneigung gegen ein Konkurrenzprodukt in die Realität umsetzen, die Sinner Raptor ist seit letztem Herbst im Dauereinsatz, egal bei welchem Wetter. Apropos Wetter: Danke auch an das Hoch "Helmut", welches uns einen fantastischen Herbsttag in den Vogesen beschert hat! Wink

Gruß
Stephan
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"Ist das vielleicht schlau mit 95km/h den Berg runter zu fahren auf 21mm breiten Reifen mit einer klassischen Seilzugbremse, dann wirst Du Dir für Dich sagen: Ist nicht wirklich schlau!"
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